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Traditionelle Thaimassage Im Dezember 2002 habe ich in diese asiatische Technik der Behandlung von Pinit, einem thailändischen Masseur, erlernen dürfen. Ziemlich viel Text, aber es lohnt sich die Zeit zu nehmen und zu lesen, damit du dann auch weißt was - warum - wieso - weshalb. Zur Geschichte Als Begründer gilt ein nordindischer Arzt der vor mehr als 2500 Jahren in Nordindien lebte: Jivaka Kumar Bhaccha (in Thailand als Vater der Medizin verehrt (Leibarzt des Magadha-Königs Bimbisara und Zeitgenosse Buddhas). Auf Wegen, die sich nicht sicher nach verfolgen lassen, ist Jivakas Wissen vor etwa 500 Jahren nach Südostasien gelangt und einigen Heiligen in Thailand bekannt gemacht worden. Auch ein chinesischer Einfluss auf die thailändische Medizin ist als sicher anzusehen. Das Hauptaugenmerk gilt den Energielinien, die auf bestimmten Bahnen verlaufen. Deren genaue Kenntnis ist für den Thai-Masseur am Wichtigsten. Genau dieses alte, wesentliche Wissen ist, auf dem Wege der Gravur und der Bildhauerei oder durch mündliche Überlieferung, bis heute erhalten geblieben und es findet in Thailand seine Umsetzung in der Massage. Konzept Die Traditionelle Thai-Massage wird auch als Heilmassage bezeichnet. "Heilung" hat hier eine tiefere Bedeutung als nur die der Genesung von Krankheit. Das "Heil-Werden" des Selbst steht im Vordergrund, und hier bedeutet es den Einklang mit sich selbst, die Identifikation von Natur, Körper, Geist und Seele. Dies sind Gedanken, die dem östlichen
Menschen vertrauter und selbstverständlicher sind als uns. Sie liegen in der
Historie begründet, die ebenfalls in anderer, lebendiger Weise im Bewusstsein
der Menschen verankert sind. So arbeiten auch die ernsthaften Thai-Masseure ganz
im Geiste der alten Tradition; sie sehen die Massage nicht als Arbeit, sondern
als meditative Ausführung. von Fuß bis Kopf, in Rücken-, Seit- und Bauchlage sowie Sitzposition. Der gesamte Körper ist zu behandeln. Die traditionelle Thaimassage ist eine Ganzkörpermassage und benötigt daher für eine effiziente Durchführung entsprechende Zeit und Ruhe. Eine Dauer von ca. zwei Stunden ist nicht nur normal, sondern durchaus angebracht. Mit Beginn der Massage tritt der Körper langsam in die Entspannungsphase ein und zwar mit einer solch köstlichen Leichtigkeit, wie man sie wohl selten zuvor erlebt hat. Die eigene Passivität führt zu einer völligen Hingabe an die Bewegungen des Masseurs. Dies wird gefördert durch die Natürlichkeit der Lage des zu Behandelnden: auf dem Boden liegend erwacht das Gefühl der Erdverbundenheit. So erfolgt eine Entspannung wie selbstverständlich. Schon die Bearbeitung der
Energielinien der Beine kann bis in den Kopf hinein gefühlt und als äußerst
angenehm empfunden werden. Der Stress im Körper schmilzt dahin, er lässt sich
dehnen und strecken.
In diesem Sinne ist auch die östliche Medizin zu betrachten, die ein im Grunde einfaches System darstellt. Sie folgt dem Weg der Natur, passt sich dieser an und beschreitet nicht den uns nur zu bekannten umgekehrten Weg. Krankheiten werden als natürliche Erscheinungen aufgefasst und behandelt. Auch in den Körperorganen, die wir mit den Mitteln der Anatomie und Physiologie längst zu maschinellen Funktionseinheiten "degradiert" haben, sieht sie etwas Wunderbares, Einzigartiges - etwas auch mit der Klarheit des Verstandes letztlich nicht vollständig Erklärbares. Kennzeichnend für das europäische Denken ist, das Einfache zu verkomplizieren, während die Vereinfachung des Komplizierten eher typisch ist für die asiatischen Denker. Wenn wir versuchen, vor diesem Hintergrund uns vorurteilsfrei und offen in asiatische Heilweisen gedanklich einzuleben, werden wir ein tieferes und besseres Verständnis von diesen erreichen. Dies gilt natürlich auch für die traditionelle Thaimassage, in deren theoretischen Grundlagen sich jene dem westlich rational denkenden Menschen zumindest "wunderlich" erscheinenden Gegebenheiten finden. Energielinien - Sen Hauptbestandteil dieser Theorie ist ein Energiefeld von 72.000 Energielinien - Sen - genannt. Von diesen 72.000 Sen sind im Laufe der Zeit zehn Linien herausgegriffen worden, die für die Körperarbeit den Vorrang haben. Diese Energielinien sind physiologisch nicht nachweisbar - wie auch viele energetische Vorgänge von denen in anderen esoterischen Lehren ausgegangen wird. Man hat sich natürlich nicht ein
Gefäß- oder Nervenbahn vorzustellen, vielmehr handelt es sich um die
Versinnbildlichung energetischen Strömungsverlaufs, den wir physikalisch nicht
messen, in seiner Wirkung jedoch fühlen und erfahren können, vergleichbar etwa
den bekannteren Meridianen. Behandlungserfolge bedeuten hier:
Es könnte nun versucht werden, die
Effekte der Energielinienbehandlung auf ihre schulmedizinisch erklärbaren
Ursachen hin zu untersuchen. So ist etwa denkbar, dass sich der Verlauf einiger
Sen mit dem bestimmter Nervenbahnen deckt, oder das ein Energiepunkt an der
selben Stelle lokalisiert ist wie etwa ein Lymphknoten, so dass eine
entsprechende Massage ihre Wirkung selbstverständlich zeigt. Dies erscheint
jedoch weder sinnvoll, noch im Dienste der Sache zu stehen, daher seien solche
Überlegungen hier sekundär. Die Traditionelle Thai-Massage sollte im traditionellen Geiste ausgeführt werden. Dazu gehört die Akzeptanz der energetischen Theorie. Nach dieser verläuft die Körperenergie über das Netz der 72.000 Nadis, wobei es aufgrund verschiedener Ursachen zu Blockaden oder Unterbrechungen des Energieflusses kommen kann. Mit solchen Blockaden gehen Symptome einher, die als körperliche Beschwerde oder Ausdruck einer Krankheit in Erscheinung treten. Mit der richtig angewandten traditionellen Thaimassage können derartige Blockaden und Unterbrechungen aufgehoben, der Energiefluss wieder in Gang gebracht und die Beschwerden gelindert oder auch ganz beseitigt werden. Die Kenntnisse dieser Heilweise haben sich über Jahrhunderte gehalten und weiterentwickelt. Im Zusammenhang mit makroanatomischem Wissen (Gliedmaßen, Lage der Organe, wichtigste Muskeln, etc.) steht so eine Behandlungsform zur Verfügung, in deren Zentrum ein sinnvolles und effektives Einwirken auf das energetische Gleichgewicht des gesamten Organismus steht.
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Stand: 01. Juli 2007
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